
Erfahrungsbericht:
Unser Startpunkt war Oslo, von hier galt es in Richtung Femundsmarka zu kommen. Die gute Zugverbindung empfiehlt sich sehr und so kauften wir direkt am Flughafen die Tickets und warteten auf unseren Zug, der uns in ein paar Stunden, durch sehr schöne Landschaft, nach Røros bringen sollte. Von dort aus geht eine Busverbindung direkt zum Femunden. Wir stiegen schon ein wenig früher in Langen aus und ließen die norwegische Reisegruppe hinter uns im Bus sitzen.
Da standen wir nun, mitten auf der Schotterpiste und suchten vergeblich nach der “Stadt” Langen. Ein kleiner Wegweiser zeigte uns den Weg, aber es gab keine Stadt, noch nicht mal ein Dorf, nur ein paar Bretterbuden und so eine Art Kanuverleih. Leicht erstaunt nahmen wir dann aber noch eine große “Wandertafel” wahr, auf der unser Wandergebiet eingezeichnet war, also konnten wir nicht wirklich falsch sein.
Rucksack aufgesetzt, festgezurrt und schon konnte die Suche nach dem Einschuss in den Wald beginnen, wir wollten uns ja nicht schon am Anfang verlaufen. Leichter gesagt als getan, aber nach ein paar Minuten fanden wir die richtige Ausschilderung und begannen mit unser Tour ins Ungewisse.
Schweres Gelände

Wer gerne auf gut ausgebauten Waldwegen wandert, ist hier eindeutig fehl am Platz. Wanderer, die eine nahezu unberührte Natur suchen, einschließlich den Wegen auf denen man sich bewegt, finden hier sicherlich alles was ihr Herz begehrt. So kommt es vor, dass der Bewegungsapparat sich stundenlang über jede Form von steinigen Untergrund kämpfen muss, rutschigen Wurzeln auszuweichen hat und das Balancegefühl steht permanent auf dem Teststand. Bei Versagen erwarten einen nicht nur nasse Füsse, man kann auch schnell in knietiefen Sümpfen feststecken.
Feuchtgebiete

ist nicht nur der erste Roman von Charlotte Roche, sondern erwarten einen Tag für Tag in der Femundsmarka. Dabei geht es hier weniger um die Praktiken beim Beischlaf, sondern mehr um die
Kreativität diese zu um- oder übergehen, also die Feuchtgebiete! Vereinzelt liegen Pfade aus Brettern über Sumpfflächen oder man findet Brücken vor, die einem eine ruhige Flussüberquerung bescheren. Überwiegend liegen große Steine oder sonstige Tritthilfen in den Sümpfen, Flüssen, Rinnsalen oder Bächlein, mit deren Hilfe sich durchtränkte Socken vermeiden lassen. Was ist aber, wenn diese Hilfen, z.B. durch einen zu hohen Wasserstand, nicht mehr zu gebrauchen sind? Da kommt die Trittsicherheit, Balance und Kreativität ins Spiel, seine Umwelt so einzusetzen, dass man möglichst unbeschadet seine Wanderung fortsetzen kann. So kam es vor, dass wir ganze, abgestorbene Baumstämme suchen mussten, um einen Fluss überqueren zu können. Das Highlight war hier sicherlich die Furt, die aber gut mit fest installierten Seilen “abgesichert” ist. Das Wasser ist eiskalt und der Untergrund besteht aus glitschigen Steinen, also vielleicht vorher die Hose ausziehen und alles wasserdicht verpacken!
Am Ende wird alles gut
Vorsichtig und mit offenen Augen heisst es also den Wanderweg zu begehen. Hin und wieder findet man urige Hütten unterschietlichster Art, in denen man Pause macht oder über Nacht seinen Schlafsack ausrollen kann. Zusätzlich sollte man ein Zelt nutzen, es an den schönsten und unmöglichsten Stellen aufschlagen, um eine unbeschreibliche Nacht zu verbingen.
Elgå, das Ende dieser Tour, bietet die erste Möglichkeit, in einem kleinen Laden Lebensmittel und Getränke nachzukaufen. Von hier fährt in der Woche ein Schulbus, mit dem man seine Tour zurück nach Oslo beginnen kann.
Region:
Der Femundsmarka-Nationalpark liegt mit seinen 597 km² in Süd-Norwegen, an der Grenze zu Schweden. Der Park gehört zu den Gemeinden Engerdal und Røros.
Länge:
81km
Wegmarken:
Langen, Furrubakken, Svartvika, Ljosnavollen, Muggsjolia, Gravola, Rovollen, Falkfangeranlegg, Svukuriset, Elgå, Elgahogna
Organisatorisches:
Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln reist, sollte sich vorher im Internet über Verbindungen erkundigen. Aus meiner Erfahrung kommt man dort sehr gut mit den Öffentlichen vorwärts, am Wochenende kann es aber sein, das NIX fährt. Deswegen die An- und Abreise vielleicht nicht auf den Sonntag legen!
Ausrüstung:
Alles was man für eine mehrtägige Wanderung halt so braucht. Was auf keinen Fall fehlen sollte, wind- u. regendichte Kleidung, gutes Schuhwerk, wer mag Gamaschen und gute Abwehr gegen Sonne und Moskitos!
In:
Elgahogna, Landschaft, Panoramen, offene Schutzhütten (sehr gemütlich), Rentiere, viele Seen und Flüsse (für die Angler…)
Out:
Moskitos, große Sumpfflächen
Streckenprofil:
GPS-Track Femundsmarka

Sau geil … Bin echt begeistert von deinem Bericht und deine Seite ist auch der Hammer …
Liebe Grüße, Dom.
War ne klasse Tour und ne schöne Zeit! Freut mich dass Du Dich mir angeschlossen hast!
Gruß
Carsten
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